Do. 15.05.2025, Termin mit dem plastischen Chirurgen

Heute hatte ich den Termin bei dem Arzt für rekonstruktive und plastische Chirurgie. Als ich nach einer kurzen Wartezeit dran kam, hatte sich der Chirurg bereits im Vorfeld mit meinen per Email übersandten Unterlagen vertraut gemacht. Er wollte wie der Professor zwei Tage zuvor ebenfalls wissen, was mir bisher empfohlen worden war. Ich erzählte dasselbe noch einmal (2x12 Wochen Chemotherapie, 4 Wochen Pause danach OP und anschließend noch Bestrahlung) und dass ich mich gegen eine Chemo entschieden haben und somit beim Anruf im 2. Brustzentrum in München direkt zu ihm weitergeleitet worden war. Er berichtete, dass die Leitlinie genau das vorsehe bei einem Triple negativen Mammakarzinom, was ich ihm geschildert hatte und was mir vom 1. Brustzentrum in dem ich mich vorgestellt hatte „angeboten“ worden war.

Als nächstes sollte ich meine Brüste frei machen und er tastete beide ab, fotografierte sie frontal und jeweils aus der seitlichen Perspektive. Beim Abtasten blieb er ebenfalls an der linken Brust an dem Knoten den ich tags zuvor festgestellt hatte hängen. Ich fragte sofort: „Da ist nun auch was, oder?“ Er sagte „ja“, schüttelte aber den Kopf und meinte, dass das frei beweglich sei und ich mir darüber keinen Kopf machen müsse.

Nach der Untersuchung erklärte er mir, dass er eine brusterhaltende OP in meinem Fall nicht empfehlen würde. Dadurch, dass ich zwei Tumore in der Brust habe und kein Eigengewebe das entnommen werden könnte (ich bin zu schlank und durchtrainiert; seine Worte), rate er mir davon ab. Seine Empfehlung sei eine Mastektomie, hierbei wird die ganz Brust abgenommen. Während der Operation entferne man mit einem Schnellschnitt die Brustwarze, welche zum Pathologen gegeben wird, um festzustellen, ob diese bereits mit Krebszellen befallen ist. Wenn nicht, wird sie wieder angenäht. Ist sie mit Krebszellen befallen, kann sie nicht mehr verwendet werden. Während der brustentfernenden OP wird ein Implantat eingesetzt und die Brustwarze (falls sie krebsfrei ist) direkt wieder angenäht. Bzgl. den Lymphknoten sieht die Leitlinie vor, alle Lymphknoten zu entfernen. Ich warf das Risiko des Lymphödem ein und ob es nicht ausreichen sei, nur die Wächterlymphknoten zu entnehmen. Hierzu meinte er, dass das riskant sei. Wenn ich das wollen würde, könnte er das aber so machen. Am besten sei es jedoch, wenn man die Wächterlymphknoten und alle drum herum liegenden Lymphknoten, die sich während der Operation „hart“ tasten lassen, mit heraus operiert.

Ach ja, im Anschluss darf ich 6-8 Wochen keinen Sport machen und das Implantat sollte nicht abgestoßen werden. Wenn dies der Fall wäre, würde sich das ganze sehr in die Länge ziehen, da man dann das Implantat wieder operativ entfernen müsste bis sich das Gewebe beruhigt habe, bevor man ein neues einsetzen könne. Das würde bedeuten, dass ich solange mit nur einer Brust herumlaufen würde und vor dem Einsetzen des nächsten Implantats müsste man erst die Haut wieder dehnen, um das Implantat danach einsetzen zu können. AAAAAHHHHHH!!! Ich wollte das alles nicht hören!

Ich fragte nochmals nach, ob es wirklich keine Möglichkeit auf eine brusterhaltende Operation geben würde. Er sagte, er könne das schon machen, es würde aber nicht schön aussehen. Meine Brust wäre im Anschluss entstellt und hätte gut sichtbare Dellen, da kein Eigengewebe entnommen werden kann, da ich keines habe.

Ich war wirklich geschockt!!! Bis zum heutigen Tag bin ich immer noch davon ausgegangen, dass man brusterhaltend operieren kann! Und nun kam die Nachricht, dass das nicht geht! Um ehrlich zu sein, ging einiges was mir der Arzt sagte und ich im Schock fragte unter, soll heißen, ich kann mich nicht mehr daran erinnern, ich war wie paralysiert. Ich fragte auf jeden Fall noch, wann ich einen OP Termin haben könnte für den Fall, dass ich mich operieren lassen möchte. Er nannte mir als nächste Möglichkeit den 28.05.2025. Ich könne mich bei Fragen jederzeit per Email an ihn wenden, auch bzgl. eines OP Termins.

Nach der Verabschiedung bin ich direkt auf die Toilette geflüchtet, da ich die Tränen nicht mehr zurückhalten konnte.

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