Sport: Ausdauer- und Kraftsport
In einem Buch das bei meiner Frauenärztin in München ausliegt, habe ich gelesen, dass körperliche Aktivität und Bewegung bei Krebspatienten in jeder Therapiephase gut tun und unter bestimmten Voraussetzungen die Prognose sogar verbessern können. Die Lebensqualität als auch die Immunkompetenz werden dadurch erhöht und positiv beeinflusst. Natürlich rede ich hier nicht davon auf einen Marathon zu trainieren, aber 3-4 Mal pro Woche sportlich aktiv zu sein ohne dabei an seine Grenzen zu gehen, ist absolut in Ordnung, vorausgesetzt man hat keine Schmerzen oder Fieber und die Thrombozyten sind nicht im Keller (wie das z. B. bei einer Chemotherapie der Fall sein kann).
Ich muss zugeben, dass ich zu Beginn der Erkrankung Angst davor hatte, beim Sport/Training etwas falsch zu machen und Angst hatte mir damit mehr zu schaden, als mir Gutes zu tun. Ich tastete mich also erstmal langsam an die Sache heran. Als ich dann aber im Netz und auch in dem besagten Buch gelesen hatte, dass Bewegung und Sport bei Krebs „so wichtig wie ein Medikament“ sein soll, stand dem ganzen nichts mehr im Weg.
Aktuell fahre ich 1x pro Woche zwischen 60 und 90 Minuten mit meinem MTB, gehe 1-2x pro Woche locker zwischen 7-9 km Joggen und 1-2x pro Woche 60–75 Min zum Krafttraining ins Fitnessstudio. Mir geht es super damit!
Es gibt Studien aus 2018 und 2019 aus denen hervorgeht, dass körperliche Aktivität nach einer Tumorerkrankung nachweislich die Gefahr eines Rückfalls reduziert und die Wahrscheinlichkeit für eine dauerhafte Heilung erhöht. Eine Studie zeigte sogar, dass die körperlich aktivsten Brustkrebsüberlebenden gegenüber den wenigsten aktiven ein um 40% geringeres Risiko hatten an Brustkrebs zu sterben. Bei Darmkrebs waren es 30%, bei Prostatakrebs 33 %.
Wenn man Sport treibt aktiviert man die Leistungsfähigkeit des körpereigenen Immunsystems. Man baut aktiv den stressinduzierten Adrenalinspiegel ab und leert gleichzeitig die Glukosespiegel. Dadurch dass man den Stoffwechsel aktiviert beschleunigt man den Abtransport von Stoffwechselabfällen. Das Lungenvolumen erweitert sich, was z. B. für Lungenkrebspatienten ein wichtiger Aspekt ist. Beim Sport wird auch das körpereigene Glückshormon Endorphin ausgeschüttet, das eine stimmungsaufhellende Wirkung hat.
Insbesondere ist ein höheres Maß an körperlicher Fitness (d. h. Muskelkraft und kardiorespiratorische Fitness) mit einem um 31 bis 46 % reduzierten Risiko für die Gesamtmortalität bei Krebspatienten verbunden, was hier nachgelesen werden kann.
Ich finde das alleine sind schon genug Gründe, um als Krebspatient und auch als Gesunder Sport zu treiben ;-)